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Aktualisiert: 18. Sept 2019

Der Gemeinderat von Wildermieming hat in seiner Sitzung vom 21.08.2019 mit 5:2 Stimmen den Beschluss gefasst, einem Bauträger aus Innsbruck die Errichtung einer Großwohnanlage mit 11 Wohnungen mitten in der Siedlung auf dem Grundstück Grießlehnweg 6 zu ermöglichen.


Entwurf Ultimate Bau, Südwest-Seite

Zu diesem Zweck wurde vom Gemeinderat ohne vorherige Abstimmung mit den betroffenen Anrainern und der Wildermieminger Bevölkerung bereits ein Bebauungsplan für dieses Grundstück erlassen, welcher unmittelbar wirksam wird, wenn innerhalb der Stellungnahmefrist keine Stellungnahmen von hierzu berechtigten Personen abgegeben werden.


Der vom Raumplaner DI Ofner ausgearbeitete Entwurf des Bebauungsplanes sieht vor, auf diesem Grundstück, ausschließlich zum Nutzen des Bauträgers, eine deutlich höhere Verdichtung zuzulassen, wie dies zum Beispiel im Gebiet der neuen Siedlung der Fall ist und zusätzlich zu 2 oberirdischen Geschoßen auch den Ausbau des Dachgeschoßes mittels Gaupen und Terrassen zu ermöglichen, was faktisch einem dritten Obergeschoß gleichkommt. Damit würde die Baumassendichte von dzt. BMD 0,6 im Bestand auf mehr als das 3,3-fache auf BMD 2,0 ansteigen.


Entwurf Ultimate Bau, Ostseite

Dieser Beschluss des Gemeinderates stellt nicht nur eine massive Ungleichbehandlung und Schlechterstellung jener Wildermiemingerinnen und Wildermieminger dar, die sich in der Vergangenheit um einen Gemeindebaugrund in der Siedlung bemüht haben oder sich gerade für einen solchen bewerben. Er führt, sollte dieses Projekt in der geplanten Form tatsächlich umgesetzt werden, auch zu einer massiven Verschlechterung der Wohn- und Lebensqualität all jener Wildermiemingerinnen und Wildermieminger, die schon heute in unmittelbarer Nachbarschaft zu dieser Anlage wohnen.


Sollte das Projekt der Fa. ULTIMATE-Bau GmbH tatsächlich in der geplanten Form realisiert werden, dann wäre dies ein weiterer Schritt in Richtung Ausverkauf unseres Wildermieminger Siedlungsgebietes zu Gunsten von ausschließlich profitorientierten Wohnbaugesellschaften, ohne jeglichen Nutzen für die Gemeinde und gegen die höchstpersönlichen Interessen und Bedürfnisse der ortsansässigen Bevölkerung.


In den nächsten Jahren werden etliche Grundstücke in der Siedlung an die nächste Generation übergeben werden. Wenn der Gemeinderat heute nicht die Interessen unserer Bürger, sondern jene von ortsfremden Bauträgern und Investoren vertritt, dann wird unsere Siedlung in der Struktur und Form, wie wir sie heute kennen und schätzen, in ein paar Jahren verschwunden sein.

Die Erfahrungen aus ähnlichen Projekten zeigen, dass die Zielgruppe solcher Bauprojekte keinesfalls junge einheimische Familien sind, sondern Menschen, die über ausreichend finanzielle Mittel verfügen, sich eine Zweit- oder Drittwohnung in bester Lage anzuschaffen.


Wildermieming zählt auch wegen der Nähe zum Golfplatz schon heute zu den begehrtesten und teuersten Wohngemeinden in Tirol und die geplante Vorgehensweise des Bürgermeisters und mancher Gemeinderäte würde diese negative Entwicklung noch zusätzlich verstärken.


Andere Gemeinden, wie zB Zirl, haben die Notbremse bereits gezogen und erlassen bis auf weiteres keine Bebauungspläne mehr für Wohnanlagen, bei denen mehr als drei Wohneinheiten errichtet werden sollen.


Auf viele Fragen im Zusammenhang mit der geplanten Großwohnanlage gibt es derzeit keine zufriedenstellenden Antworten.


So sind laut aktueller Planung für 11 Wohnungen lediglich 2 Besucherparkplätze vorgesehen. Bürgermeister Stocker führte dazu auf Nachfrage im Rahmen der Gemeinderatssitzung aus, dass die Besucher ja beim 500 Meter entfernten Spielplatz parken könnten.


Völlig unklar ist auch, wie sich ein Projekt dieser Größe auf die Verkehrsbelastung in der Siedlung auswirken würde.


Die Ab- und Regenwassersituation ist ebenfalls ungeklärt. Der bestehende Kanal hat seine Kapazitätsgrenze bereits erreicht hat und die Kanaldeckel in der Siedlung werden bei Starkregen schon heute regelmäßig auf die Straße geschwemmt.


Die Auswirkungen auf das Grundwasser durch den Bau einer weiteren Tiefgarage im Bereich der Siedlung ist ebenso ungeprüft wie die Problematik der Flächenversiegelung und die Auswirkungen der erforderlichen Abholzung der großen Bäume am Grundstück, welche derzeit als Windschutz für andere Gebäude eine wichtige Rolle spielen und die Fauna in der Siedlung prägen.

Wir fordern den Bürgermeister und die Gemeinderäte auf, zu allererst die Interessen der Wildermieminger Bürgerinnen und Bürger zu vertreten und den Bebauungsplan so abzuändern, dass für die gesamte Siedlung dieselben Regeln gelten und Bauträger und Investoren von außerhalb gegenüber der einheimischen Bevölkerung keinesfalls bevorzugt werden, nur um hochpreisige, nicht wohnbaugeförderte Eigentumswohnungen für Nichtwildermieminger zu errichten.


Wir fordern den Schutz unserer Siedlung und unseres Lebensraumes. Wir erwarten vom Bürgermeister und den Gemeinderäten, dass die ländliche Einfamilienhausstruktur in der alten Siedlung nicht zerstört wird, dass eine Nachverdichtung im Siedlungsgebiet mit maximal dem Doppelten des Bestandes beschränkt wird, die maximale Baumassendichte für das Projekt Grießlehnweg 6 mit BMD 1,2 festgesetzt, die zulässigen Geschoße und Bauhöhen unmissverständlich und klar geregelt werden und für einen allenfalls zukünftig erforderlichen, großvolumigen Wohnbau Flächen ausgewählt und bereitgestellt werden, die eine Bebauung durch gemeinnützige Wohnbauträger nach Wohnbauförderungskriterien ermöglichen.


Sagen Sie doch dem Bürgermeister, was Sie davon halten!


Stellungnahme zum Projekt als PDF

Stellungnahme zum Projekt als WORD

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